Kategorie: Lebensmittelverpackung

Primärverpackungen für Lebensmittel

  • Veröffentlichung der 7. Änderungsverordnung zur Verordnung (EU) Nr. 10/2011 am 28.04.2017

    Veröffentlichung der 7. Änderungsverordnung zur Verordnung (EU) Nr. 10/2011 am 28.04.2017

    Für die VERORDNUNG (EU) Nr. 10/2011 DER KOMMISSION vom 14. Januar 2011 über Materialien und Gegenstände aus Kunststoff, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen, ist am 28.04.2017 die
    7. Änderungsverordnung zur Verordnung (EU) Nr. 10/2011 veröffentlicht worden. Die Verordnung tritt am 19. Mai 2017 mit einer Übergangsfrist bis zum 19.05.2018 in Kraft.

    Folgende Änderungen sind enthalten:

    • Stoffliste wurde ergänzt bzw. angepasst
    • Der Hinweis zur Konformitätsprüfung mit einer Restgehaltsbestimmung wurde bei einigen Stoffen herausgenommen, da nun Methoden für die Bestimmung der spezifischen Migration vorliegen
    • Nickel wurde als Metall in den Anhang II mit einem Grenzwert von 0,02 mg/kg Lebensmittel aufgenommen (Übergangsfrist bis 19.05.2019)
    • Im Anhang III (Lebensmittelsimulanzien) wurde eine Tabelle ergänzt, aus der deutlicher abgeleitet werden kann, welche Simulanzkombinationen für verschiedene Lebensmittelkombinationen repräsentativ sind
    • Im Anhang IV (Konformitätserklärung) wurde ergänzt, dass beim Oberflächen-/Volumenverhältnis das höchste Verhältnis der mit Lebensmittel in Berührung kommenden Fläche zum Volumen, anhand dessen die Konformität festgestellt wurde, oder gleichwertige Informationen angegeben werden

     

  • Karsten Schröder fordert mehr Innovation von der Verpackungsindustrie hin zur Kreislaufwirtschaft

    Karsten Schröder fordert mehr Innovation von der Verpackungsindustrie hin zur Kreislaufwirtschaft

    Am 5. und 6. Mai 2017 referierte Karsten Schröder in deutscher und englischer Vortragssprache zum Thema “Trends in der Flexpackindustrie”. Er arbeitete bei dem individuell gestalteten Impuls-Vortrag für Taghleef Industries insbesondere den bevorstehenden Trend der Kreislaufwirtschaft heraus.

    Zentrale Themen waren der Lebensmittelverderb (Save Food Engagement), die Ressourcenknappheit und die globale Erderwärmung, die als Treiber für ein Umdenken immer wieder genannt werden.

    Die EU und auch Deutschland mit seinem bevorstehendem Verpackungsgesetz verdoppeln nahezu die geforderten Recycling-Quoten. Das Besondere dabei: Es soll wesentlich weniger verbrannt und wesentlich mehr stofflich verwertet (rezykliert) werden.

    Internationale Zuhörer, die teilweise spontan am Messestand für 20 Minuten Station machten, teilten größIMG_1592tenteils die Forderungen nach einer Kreislaufwirtschaft. Anschließende Diskussionen brachten interessante Aktivitäten zu Tage. So berichtete ein Senegalese, dass er 2500 Mitarbeiter beschäftigte, die Müll (vorzugsweise Verpackungsmüll) sammelten, den er dann rentabel rezykliert – auch eine Art von Kreislaufwirtschaft! Mehr Infos unter www.inno-impuls.com

    inno_impuls_logo

  • Besserer Verbraucherschutz in einer zunehmend digitalisierten Lebenswelt

    Besserer Verbraucherschutz in einer zunehmend digitalisierten Lebenswelt

    »Unsere zunehmend digitalisierte Lebenswelt bietet viele Chancen für die Verbraucher. Doch wir müssen ebenso die Risiken in den Blick nehmen. Für uns steht der Konsumentenschutz im Mittelpunkt. Die Digitalisierung des Alltags ist deshalb auch ein wichtiges Kernthema der diesjährigen Konferenz in Sachsen«, erklärte die Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz Barbara Klepsch. Der Freistaat Sachsen hat in diesem Jahr den Vorsitz der Verbraucherschutzministerkonferenz (VSMK) inne.

    Auf dem Treffen der Verbraucherschutzminister der Länder vom 26. bis 28. April 2017 in Dresden standen wichtige Themen zum digitalen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Verbraucherschutz auf der Tagesordnung. Ziel der Konferenz soll es sein, ausgleichend zu wirken und dem eigenverantwortlich handelnden und informierten Verbraucher den notwendigen Rechtsrahmen zur Seite zu stellen. Zur Sicherheit bei Lebensmittelverpackungen fasste die Konferenz wichtige Beschlüsse, auf die der Deutsche Verband Unabhängiger Prüflaboratorien (VUP) hinweist.

    Außerdem wurden folgende Punkte auf der Konferenz thematisiert:
    – Automatisiertes Fahren
    – Musterfeststellungsklage
    – Mogelpackungen
    – Verbraucherinformation für die ältere Generation
    – Mobile Gesundheitsinformationen
    – Sichere Bezahloptionen
    – Restschuldversicherungen
    – Private Renten- und kapitalbildende Lebensversicherungen
    – Geoblocking
    – Herkunftskennzeichnung von Fleisch

    Den kompletten Bericht finden Sie hier.

  • Weniger ist mehr – auch bei Verpackungen

    Weniger ist mehr – auch bei Verpackungen

    Wir aus der Packmittel-Branche glauben immer noch, dass Verpackungen mehr positive als negative Effekte haben. Das stimmt auch in vielerlei Hinsicht. So verbrauchen Verpackungen wesentlich weniger Ressourcen als sie durch Produktschutz bewahren. Das muss doch gut sein – ja, aber es geht immer noch besser …

    Wie wäre es, wenn wir noch weniger Ressourcen mit Verpackungen verbrauchen würden, ohne ganz auf Verpackungen zu verzichten, die uns das Leben doch so sehr vereinfachen und verlängern können?

    Möglichkeiten gibt es viele. Eine davon möchte ich heute kurz vorstellen – bzw. nicht ich, sondern der Erfinder Rafael Kugel von Ratiodrink selbst:

    Verpackung vermeiden mit RatioDrink in 60 Sekunden https://youtu.be/eFp1ciH_aMw via @YouTube

    Ich kann mir viele solcher Ideen vorstellen, mit denen Lebensmittelindustrie und Packmittelindustrie zusammen neue Lösungen erdenken. Auch das verstehe ich unter Kreislaufdenken.

    • Abpacken von maschinell, im Laden geschnittenen Produkten wie Käse und Wurst, die dann minimal, individuell und maschinell direkt im Geschäft verpackt werden.
    • Direkte Lieferung vom Hersteller an den Konsumenten im Abo-System. Vorteil: Keine aufwendige Bedruckung nötig, da der Kunde eh abonniert hat und das Marktgeschrei der Verpackung im Supermarkt gespart werden kann. Auch könnte man Menge und Gestaltung an Kundengruppen anpassen (Großfamilie, Single etc.) und auf einer Anlage maschinell, optimal und minimal verpacken.
    • Persönlich gestaltete Verpackungen, die bedingt wieder verwendet werden können, z. B. die Butterdose, die in Bedruckung ans eigene Geschirr angepasst werden kann und als Primär-Verkaufsverpackung einmal bezogen wird. Danach wird nachgefüllt.

    Neue Geschäfts- und Produktionsideen sowie Geschäfts- und Produktionsprozesse mit Verpackungen zu erdenken, ist doch eine ideale, noch nicht von vielen Start-ups belegte Nische, die es zu besetzen gilt. Ideal für studentische Projekte, finde ich.

    Was denken Sie darüber? Welche Ideen möchten Sie teilen?

    Sie wissen ja: Geteiltes Wissen ist das Einzige, was sich vermehrt.

    Karsten Schröder

     

  • Innoform hilft, sicher zu surfen und sicher zu verpacken

    Innoform hilft, sicher zu surfen und sicher zu verpacken

    Innoform stellt nun seine Internetseiten über eine noch sichere Verbindung bereit. Insbesondere für den Login und Auftragsbereich folgen wir damit vielen Kundenforderungen. Ab sofort ist die Verbindung zu www.innoform.de und www.innoform-testservice.de sowie www.innoform-coaching.de verschlüsselt und damit deutlich sicherer erreichbar als früher.

  • Übersicht Lebensmittel-Kennzeichnung

    Übersicht Lebensmittel-Kennzeichnung

    Lebensmittel sind nach guter Herstellungspraxis herzustellen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gibt auf seiner Internetpräsenz eine Übersicht zu Anforderungen und nationalen sowie europäischen rechtlichen Regelungen für Lebensmittelbedarfsgegenstände.

    Berücksichtigt werden auch einige materialspezifische Vorschriften auf europäischer Ebene für Lebensmittelbedarfsgegenstände

    Für die Umsetzung und Anwendung einzelner EU-Regelungen wurden Leitlinien entwickelt. Zusammen mit den betreffenden Rechtsvorschriften sind diese auf der Internetseite der Europäischen Kommission verfügbar.

    EU-Zulassungen

    Für EU-Zulassungen ist eine Stellungnahme der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erforderlich. Die Stellungnahmen basieren auf einer umfassenden Risikobewertung durch die EFSA. EU-Zulassungsverfahren existieren für folgende Lebensmittelbedarfsgegenstände:

    • Lebensmittelbedarfsgegenstände aus Kunststoff
    • Lebensmittelbedarfsgegenstände aus regenerierter Zellulose
    • Recyclingverfahren für recycelte Kunststoffe für Lebensmittelbedarfsgegenstände und
    • aktive und intelligente Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen

    Informationen zu den Antragsverfahren sind auf der Internetseite des BVL verfügbar.

    Andere für Lebensmittelbedarfsgegenstände relevante Regelungen

    Es gibt noch nicht für alle Materialien, die bei der Herstellung von Lebensmittelbedarfsgegenständen verwendet werden, spezifische europäische Rechtsvorschriften. Für diese nicht-harmonisierten Bereiche können aber teilweise andere Regelungen herangezogen werden.

    Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung

    Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat Empfehlungen für bisher nicht spezifisch geregelte Lebensmittelbedarfsgegenstände erarbeitet. Diese Empfehlungen sind zwar keine Rechtsnormen, stellen aber den derzeitigen Stand von Wissenschaft und Technik in Hinblick auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit dar: BfR-Empfehlungen zu Materialien für den Lebensmittelkontakt (ehemals „Kunststoffempfehlungen“)

    Geplante nationale rechtliche Regelungen

    Um Verbraucherinnen und Verbraucher vor gesundheitlich nachteiligen Wirkungen und Gesundheitsgefahren von Mineralölen  zu schützen, ist Anfang März 2017 der Entwurf für eine so genannte Mineralöl-Verordnung an Länder und Verbände zur Stellungnahme übersandt worden.

    Der Entwurf der notifizierten Fassung der Druckfarbenverordnung (Deutsch)/Entwurf der notifizierten Fassung der Druckfarbenverordnung (Englisch) sieht u. a. eine Positivliste der Stoffe vor, die bei einer Bedruckung von Lebensmittelbedarfsgegenständen verwendet werden dürfen.

    Europarat

    Der Europarat befasst sich u. a. mit den Lebensmittelbedarfsgegenständen, die von Seiten der Europäischen Kommission bisher nicht spezifisch geregelt worden sind. Im EDQM werden daher entsprechende Resolutionen und Technische Leitlinien zu einzelnen Materialtypen, beispielsweise Gummi, Kork oder Metalle und Legierungen, erarbeitet: Resolutionen und Technische Leitlinien des Europarats.

    Ansprechpartner bei Fragen zur Rechtskonformität

    Unternehmen, die Lebensmittelbedarfsgegenstände in Deutschland in den Verkehr bringen, müssen die einschlägigen rechtlichen Anforderungen einhalten. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft darf keine Rechtsauskünfte in Einzelfällen erteilen.

    Unternehmen können sich an folgende Institutionen wenden, um sich über die Auslegung und Anwendung rechtlicher Vorschriften im Einzelfall zu informieren:

    • der für die Branche zuständigen Interessenverband (bei Mitgliedschaft)
    • Lebensmittelsachverständige, etwa um die Übereinstimmung eines Produkts mit den zu beachtenden Rechtsvorschriften überprüfen zu lassen. Anschriften von Sachverständigen finden Sie bei der örtlichen Industrie- und Handelskammer unter www.dihk.de/ihk-finder.
      Das bundesweite IHK-Sachverständigenverzeichnis (www.svv.ihk.de) enthält Angaben zu den Sachverständigen, die von Industrie- und Handelskammern, von Landwirtschaftskammern oder von Landesregierungen öffentlich bestellt und vereidigt wurden.
    • die örtlich zuständige Lebensmittelüberwachungsbehörde: Zuständig ist die Behörde am Standort des Unternehmens/Importeurs in Deutschland. Die Anschriften der jeweiligen Behörden können Sie bei den Ministerien der Länder erfragen. Die entsprechenden Internetseiten erhalten Sie beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

     

  • Versicherungsschutz und Haftungsprivileg der Sachkundigen Person

    Versicherungsschutz und Haftungsprivileg der Sachkundigen Person

    Wer haftet eigentlich bei Fehlern in der der Konformitätsarbeit  und inwieweit sind Haftungsrisiken im Rahmen der Betriebshaftpflicht versichert? Mit diesem Thema hat sich Herr Dr. Martin Wesch in diesem Blogeintrag beschäftigt.

    Welche Risiken aus der unternehmerischen Tätigkeit typischerweise von einer Betriebshaftpflichtversicherung abgedeckt UND ausgeschlossen werden und wie die sachkundige Person sich wenigstens teilweise gegen die Inanspruchnahme finanzieller Schäden absichern kann, darum geht es in dem weiterführenden Fachartikel Versicherung und Haftungsprivileg der Sachkundigen Person von Dr. Martin Wesch, Fachanwalt für Medizinrecht und Arbeitsrecht.

    Dem allgemeinen Irrglauben, dass die Versicherer sich bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit von ihrer Haftung freizeichnen können, steht geltendes Recht (Artikel und Link Änderungen des Haftungsrechts) entgegen.

    Dr. Martin Wesch, Kanzlei WESCH & BUCHENROT, Stuttgart referiert auf der Tagung Lebensmittelrecht und Verpackungen in Europa (D, A, CH) – Konformität sicherstellen am 20./21. Juni in Osnabrück darüber, welches Haftungsrisiko Mitarbeiter, Führungspersonal und Geschäftsführung selbst tragen.

  • Verpackungsindustrie in den Fängen hipper Verbraucher

    Verpackungsindustrie in den Fängen hipper Verbraucher

    carrot-1085063_1920_kleinEssen Sie noch Bioprodukte oder schon vegan? Kaufen Sie Ihr Müsli beim Discounter oder bestellen Sie Ihr Designmüsli schon im Netz? Machen Sie eine Medien- oder Plastikdiät oder wollen Sie tatsächlich noch an Gewicht abnehmen?

    Marketiers suchen und finden solche Schlagzeilen und folgen ihnen mit entsprechenden Produkten. Der vegane Schlachter und der „Müslidesigner“ werden erfunden und suggerieren: Das musst du haben, um hipp und dabei zu sein. Auf dem Weg ins Büro noch eben einen Coffee to go im recycelten Kaffeesatz-Becher  und ein Bio-Brötchen auf die aus Blättern hergestellte Schale oder gleich auf die Hand – natürlich umweltfreundlich und nachhaltig produziert und erstanden im neu auferstandenen „Tante-Emma-Laden“ namens Unverpackt.

    Haben Sie sich beim Schmunzeln oder beim Ärgern über diese Zeilen ertappt? Gehören Sie schon zur neuen, hippen Digitalgesellschaft ohne festen Arbeitsplatz, mehreren, fast abgeschlossenen Ausbildungen umgeben von „Startuppern“ und Selbstverwirklichern oder rücken Sie noch Tag für Tag ein in Ihr Büro mit klar strukturierten und fest gezurrten Abläufen und Abteilungen? Sie sind doch Single – oder haben Sie etwa eine eheähnliche Beziehung? Wo leben denn Ihre Kinder? Oder hatten Sie noch keine Gelegenheit dazu? Aber die müssen doch auch noch irgendwie rein ins hippe Leben…

    Eine Gesellschaft voller Zweifel, Hoffnung und wenig Revolutionärem stellt sich dem Medienkonsumenten und Verpackungskonsumenten dar. Aber gilt das auch (schon) für Verpackungen? Fertigen wir bald nur noch biologisch abbaubar und nachhaltig beim Flexpacker um die Ecke? Regionaler Zucker aus regionalem Anbau im regionalen Standbeutel aus Zuckerrohr-Polymerisat als ideale Single-Haushaltverpackung to go?

    Was passiert da in der medialen Wahrnehmung und im tatsächlichen Leben der Masse? Sind das nicht alles überzeichnete Einzelschicksale, von denen wir in Funk und Fernsehen – oder besser gesagt in Social Medias und Blogs hören, lesen und uns darüber wundern? Verlieren wir auch in der Verpackungsindustrie langsam die Lust am Gewöhnlichen und müssen jeden noch so kleinen und vielleicht sogar verwerflichen Trend mitmachen? Sollen wir nur auf Kundenwunsch oder besser Kundendruck hin entwickeln?
    Oder ist es an der Zeit, das Image der Verpackung einmal selber in die Hand zu nehmen und von Innovations-Pull auf Innovations-Push umzudenken und umzulenken? Sollten wir nicht als Industrie der Packmittelhersteller und -verwender zu einer Road-Map gelangen können, die uns zumindest die nächsten 10 Jahre klar macht, welche Trends wir als sinnvoll erachten und die wir so setzen werden? So, wie es die Auto- und Maschinenbau-Industrie seit Jahrzehnten tut? Mir kommt gelegentlich die Packmittelindustrie vor wie ein Taxi-Unternehmen, dass sich auch noch die Autos vorschreiben lassen möchte, mit dem es die Kunden fährt.

    Wo sind eigentlich die klaren Statements der Verbände und Universitäten, der Unternehmer und Aufsichtsräte hinsichtlich der weiteren Bemühungen hin zur Kreislaufwirtschaft? Wie gehen wir um mit der Verpackung nach dem Gebrauch – weltweit betrachtet? Ist das Duale System die Lösung für Europa oder gar für die Welt?

    Wie werden Polymere in 10, 20 oder sogar 30 Jahren für Verpackungen gewonnen? Was ist die Aussage zum Marine Littering (vor allem Plastikmüll/Verpackungsmüll im Meer)? Sind wir als Kunststoffverarbeiter nicht auch im Boot, genau wie die Kunststoffproduzenten, die sich ach so gern aus allem heraushalten, auch wenn mal eine Pipeline leckt?

    vegetables-576251_1280_kleinIch denke, es wird dringend Zeit, auch auf internationaler Ebene als Packmittelindustrie – sogar unabhängig vom Packstoff – eine klare Aussage zu erarbeiten, die deutlich macht, welchen Nutzen Verpackungen stiften und welche Hausaufgaben noch vor uns liegen. Ansätze wie der Tag der Verpackung gibt es, aber reicht das? Dazu einige konkretere Gedanken:

    Wir werden es nicht schaffen, allen Konsumenten zu vermitteln, dass Mülltrennung ihre Aufgabe ist. Das gilt besonders global. Stoffströme werden nie ideal verlaufen und Polymerrecycling gelingt in den wenigsten Fällen ohne Qualitätseinbußen. Denkt man dieses weiter, kommt man zu zwei zukunftsweisenden Lösungsansätzen, die weitgehend anerkannt sind und u. a. auf chemische und biologische Kreisläufe, das Cradle to Cradle Konzept von Professor Braungart, zurückgehen:

    1. Chemische Kreisläufe

    beaker-145920_1280_kleinBei chemischen Kreisläufen hält man die Zahl der eingesetzten Chemikalien gering und vor allem unter stetiger Kontrolle. Ein Beispiel dafür ist, dass Kunststofffenster verliehen werden und der Produzent diese nach einer vereinbarten Laufzeit wieder zurückerhält, um daraus wieder Kunststofffenster herzustellen. Das hat mehrere Vorteile:

    Der Produzent achtet aus Eigeninteresse darauf, dass Rohstoffe verwendet werden, die gut wiederverwertet werden können. Zudem achtet er auf eine Qualität, die der Nutzungsdauer angemessen ist, um wenige Reklamationen zu erhalten.

    Der Konsument hat kein Entsorgungsproblem und kein Qualitätsproblem mehr. Auch die Finanzierung kann flexibel gestaltet werden, da er nicht mehr mit einer klassischen Bank, sondern dem Produzenten selbst über das Verleihen seines Fensters verhandeln kann. Der Hersteller wird selber zur „Materialbank“. Je besser seine Qualität und sein Wirtschaften mit Rohstoffen, umso besser für alle. Mit jedem Fenster, das er zusätzlich verkauft und montiert, steigt das Eigenkapital des Produzenten und es sinkt die Ressourcenverschwendung. Langfristig muss das profitabler sein als das heutige, an Geld und Entsorgung gekoppelte System, da ja das, was wir eigentlich nutzen möchten – der Rohstoff – erhalten bleibt, ohne dass permanent Kapital generiert werden müsste, um Wachstum zu erzeugen.

    1. Biologischer Kreislauf

    compost-419261_1920_kleinHier spielt die Natur die dominierende Rolle, auch wenn der Mensch ihr dabei gehörig ins Handwerk pfuschen wird. Wir nutzen die Natur – z. B. Pflanzen – um Rohstoffe zu gewinnen, die wir der Natur wieder zurück geben können. Also nicht nur Biopolymere, die aus Pflanzen stammen, sondern eben auch solche, aus denen wieder Pflanzen wachsen können. Also bio-basierte (bio-based) Materialien, die aber auch bioabbaubar (bio-degradable) sind. Der große Vorteil dieser Polymergruppe besteht darin, dass man sie so designen könnte, dass sie auch ohne funktionierende Sammel- und Entsorgungssysteme in die Natur „entlassen“ werden, wieder nutzbringend sind und nicht hunderte von Jahren in Meeren treiben und Fische malträtieren.

    1. Hybride Kreisläufe

    arrows-381439_1280_kleinMomentan favorisieren viele die Mischung aus beiden Kreisläufen mit mehreren möglichen Abzweigungen in andere Kreisläufe, aber eben auch in Sackgassen wie die Verbrennung. Wird beispielsweise ein Biomaterial verbrannt, bleiben zwar seine kleinsten Bausteine (Atome) in Form von Abgas und Schlacke erhalten, diese werden aber nur bedingt wieder zu Pflanzen wachsen können, aus denen wir wieder Biokunststoff gewinnen. Aus den Abgasen (z. B. Kohlendioxide etc.) kann man sich das noch zum Teil vorstellen. Aus der Schlacke aus unseren Hochöfen oder Zementwerken eher nicht, da sie unkontrolliert kontaminiert sind. Wir wissen einfach zu wenig über das, was drin ist und noch weniger darüber, wie es wechselwirkt. Das ist eine Sackgasse, schont aber auch die Ölreserven in doppelter Hinsicht – beim Rohstoff, da Bio und bei der Energiegewinnung.

    Welche Option sich nun die Verpackungswirtschaft wünschen würde, gäbe es dafür Gremien aus kompetenten Rädelsführern, die sinnvolle Vorgaben entwickelten, denen echtes Kreislaufdenken zugrunde läge, bleibt abzuwarten.

    Beide Systeme schließen sich auch nicht aus und könnten betrieben werden. Auch Kombinationen sind gut denkbar und bergen spannende Synergien. Nur konkret nachdenken müssen die, die es in erster Linie angeht, da es ihre Existenzgrundlage tangiert – uns Stakeholder der Verpackungsindustrie eben. Doch zu groß sind seit den 1990er Jahren die Wachstumsraten, zu bequem war der Weg hin zu den blühenden Familienunternehmen, die sich zusehends in Multinationale Konzerne umformen. Doch die Zeit scheint reif für Veränderung. Das Neue daran: Es sind nicht pekuniäre Überlegungen, die zum Umdenken zwingen. Es ist ein, wenn auch noch zarter, neuer Life-Style, eine neue Grundhaltung der Jugend, der nicht mehr die Welt in Verpackungen versinken lassen möchte, auch wenn alle Fachleute sich einig sind, dass der Nutzen größer ist als der Schaden. Doch gilt das auch im Zeitalter von Shitstorm und Internet? Wird es uns gelingen, kluge Wege zu finden, um Verpackung wieder attraktiver für Konsumenten zu machen und verträglicher für unsere Umwelt? Ich bin Optimist und schreibe deshalb diese Gedanken auf.

    Ihr Karsten Schröder

  • Cradle To Cradle Design – oder wie das Raumschiff Erde ohne Nachschub auskommt

    Cradle To Cradle Design – oder wie das Raumschiff Erde ohne Nachschub auskommt

    Kein Abfall, alles ist Nährstoff! Wir müssen mit unseren Ressourcen haushalten, denn irgendwann sind sie erschöpft.

    Cradle to Cradle® steht für Innovation, Qualität und zukunftsweisendes Design. Übersetzt heißt es „Von der Wiege zur Wiege“ und beschreibt die sichere und potentiell unendliche Zirkulation von Materialien und Nährstoffen in Kreisläufen.

    Das Cradle to Cradle Design Konzept hat die Natur als Vorbild und basiert auf den drei Prinzipien Materialkreislauf, Energie und Diversität.

    Beim Cradle to Cradle werden die richtgen Materialien in definierten Kreisläufen (Metabolismen) zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort eingesetzt. Die Qualität der Rohstoffe bleibt über mehrere Produktlebenszyklen erhalten. Außerdem werden ausschließlich “als sicher bewertete Chemikalien” eingesetzt. Cradle to Cradle® sucht nach Strategien, wie Materialien in geschlossenen Kreisläufen geführt werden können ohne die Qualität der Materialien zu vermindern und definiert nicht nur Form, Funktionalität und Inhaltsstoffe eines Produkts, sondern strebt auch eine neue Dimension von Qualität und Sicherheit in endlosen Kreisläufen an. Materialien und Materialflüsse werden so entworfen, dass sie für die Regeneration und Erhaltung ihrer biologischen und technischen Quellen förderlich und nutzbar sind.

    Dieser Ansatz befreit von der gegenwärtigen Verpflichtung, nachteilige Umweltauswirkungen vermindern, reduzieren oder verlangsamen zu müssen.

    Die EPEA Switzerland GmbH ist akkreditierter allgemeiner Gutachter für die Cradle to Cradle CertificationTM und unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung des Cradle to Cradle® Design Konzepts. Für alle Projekte werden wissenschaftliche Bewertungen erstellt. Ihr Gründer und Geschäftsführer Albin Kälin referiert auf der Tagung Umwelt- und umfeldgerechte Kunststoffverpackungen über Cradle to Cradle Design – Kunststoffverpackungen für den Kreislauf.

    Lesen Sie hier den kompletten Artikel Cradle to Cradle® Design  – Rethinking the way we make things .

     

  • Weg mit Plastik, wo es geht

    Weg mit Plastik, wo es geht

    Beiträge wie diese: https://www.youtube.com/watch?v=sReB086mASE nehmen wir nicht nur ernst, wir suchen auch nach ernsthaften Lösungen. Wie wir mit den Annehmlichkeiten guter Verpackung und Plastik besser leben können, präsentieren Fachleute wie Dr. Albin Kälin oder Dr. Sabine Amberg-Schwab in Würzburg. http://um.innoform.de

    Wer Verpackung ernst nimmt, ist genauso eingeladen wie alle, die damit ein Problem haben, dass wir zu viel davon produzieren. Wir reden darüber.

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