Autor: Karsten Schröder

  • “Drucken und Kaschieren” (Teil 1 von 8): Ein Überblick über häufig verwendete Synthetikfolien zum Drucken und Kaschieren

    1. Teil: ORDNUNG IM BEZEICHNUNGSDURCHEINANDER von KARSTEN SCHRÖDER

    Im vorliegenden, mehrteilig ausgelegten Beitrag wird ein Überblick über die marktüblichen Arten und Typen synthetischer Folien gegeben, die für die Kaschierung und das Drucken verwendet werden. Um den Rahmen der Darstellung nicht zu groß und damit unübersichtlich werden zu lassen, beschränkt sich die Betrachtung dieser Artikelserie auf Folien zur Herstellung von Lebensmittelverpackungen.

    Der Markt für Verbundfolien in Deutschland
    Viele verlässliche Indikatoren deuten darauf hin, daß der Markt für Verpackungsfolien auch in den kommenden Jahren weiter wachsen wird. Insbesondere Verbundfolien mit und ohne Barrierefunktion erfreuten sich bereits in den Jahren 2001-2004 eines besonderen Wachstums. Den größten Anteil daran hatten Verbundfolien, die als Thermoformfolien (= Tiefziehfolien) zum Einsatz kommen. Eine weitere starke Gruppe bilden die Barrierefolien, die sowohl mit als auch ohne Aluminiumschicht zur Verfügung stehen. Diese verschiedenen Verbundfolien können mit unterschiedlichen Arten und Typen von Folien verschiedenster Hersteller kaschiert und bedruckt werden (Tabelle 1).

    Tabelle 1: Entwicklung des Verbrauchs flexibler Kunststoff-Verbundgruppen in Deutschland für die Jahre 2004/2004 (in to).(Quelle: Innoform; GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung)


    Folienarten und Wachstumspotentiale
    Folienarten bezeichnen im Kontext der Kaschierfolien die Klasse der für ihre Herstellung eingesetzten Rohstoffe. Dabei wird beispielsweise zwischen PET (Polyethylenterephtalat), PP (Polypropylen) oder PE (Polyethylen) unterschieden. Kaschierfolien sind Materialien, die im weiteren Verlauf ihrer Verarbeitung mit anderen Folien kaschiert werden sollen und sowohl bedruckt wie auch unbedruckt erhältlich sind und in verschiedenen Typen und Mischungen hergestellt werden. Angesichts der vielen, am Markt verfügbaren Produktvarianten wie auch der Forderung nach stabiler Verarbeitung in den verschiedensten Kaschier- und Druckprozessen müssen diese Folienmaterialien extrem robust sein.
    Wie wird sich der Kunststoffverbrauch zur Herstellung von Kaschier- bzw. Druckträgerfolien für flexible Verpackungen in den kommenden Jahren entwickeln? Das Britische Marktforschungsunternehmen PCI Films Consulting führte eine diesbezügliche Studie für den Zeitraum 2006-2010 durch, deren Ergebnisse in Tabelle 2 aufgeführt sind.

    Tabelle 2: Geschätzter Kunststoffverbrauch für flexible Verpackungen in Europa (2006-2011) (Quelle: PCI Films Consulting)


    Auf der Grundlage dieser Werte ist klar erkennbar, daß Polyolef ine (PE und PP) einen besonders hohen Anteil einnehmen. Unterschieden wird hier zudem zwischen PP-C (= PP cast film = Gießfolie unverstreckt) und PP-BO (= PP biaxial orientiert). Bezüglich des Mengenwachtums sind insbesondere die PP-BO-Folien von besonderem Interesse.
    Von entscheidender Bedeutung für die künftige Produktentwicklung sind jedoch zweifellos die Zuwachsraten der jeweiligen Materialien zur Herstellung flexibler Verpackungen (Tabelle 3).

    Tabelle 3: Geschätzter Zuwac hs des Kunststoffverbrauchs für flexible Verpackungen in Europa (2006 b is 2011). (Quelle: PCI Films Consulting)

    Die stärksten Zuwächse liegen im Bereich »other f ilms«. Dabei handelt es sich um Folienverbunde aus verschiedenen Werkstoffen oder nicht eigens genannte Folientypen. Speziell dieser nicht näher spezifizierten Produktgruppe wird der größte Zuwachs vorhergesagt, während die Gruppe der PET-BO-Materialienebenfalls stark wachsen wird. Diese Zuwächse gehören mit zu den Gründen, warum immer mehr Unternehmen die Herausforderung der Folienkaschierung annehmen möchten.

    Die Nomen klatur von Folien
    Bei der Erstellung der weltweit gültigen Norm DIN EN ISO 1043-1 wurde auch das Ziel verfolgt, Benennungsregeln aus anderen Kunststoff- und Chemiefachgebieten auf die Folienindustrie zu übertragen. Diese schon 2001 erschienene Norm ist jedoch noch weitgehend unbekannt und wird daher kaum angewandt, obwohl sie über das unbestreitbare Potential verfügt, Ordnung ins Bezeichnungsdurcheinander zu bringen.

    Auf der Grundlage dieser Norm wird wieder auf die traditionelle Vorgehensweise zurückgegriffen, materialspezifischen Buchstaben groß zu schreiben. Beispiele hierfür sind:

    • PVC = Polyvinylchlorid

    • PE = Polyethylen

    • PP = Polypropylen

    • PS = Polystyrol

    • PLA = Polymilchsäure

    Sind die Eigenschaften von Werkstoffe auf bestimmte Verarbeitungsschritte zurückzuführen, so werden diese in Großbuchstaben mit Bindestrich getrennt, der Werkstoffbezeichnung nachgestellt. Als Beispiel sei hier die biaxiale Orientierung genannt, ein aufwendiger Prozeß, der die Eigenschaften des jeweiligen Materials spürbar verändert:

    • PP-BO = biaxial orientiertes Polypropylen

    • PET-BO = biaxial orientiertes Polyethylenterephtalat

    • PP-BO = biaxial orientiertes Polypropylen

    • PA-BO = biaxial orientiertes Polyamid

    Gäbe es eine monoaxial verstreckte Folie aus Polyethylenterephtalat, so müßte diese entsprechend als PET-MO bezeichnet werden.

    Weitere werkstoffliche Eigenschaften, die im Materialnamen genannt werden, sind beispielsweise PE-LLD (= Polyethylen linear low density/linear niedrigdichtes Polyethylen). Würde eine solche Folie biaxial verstreckt, so müßte sie entsprechend der oben genannten Norm PE-LLD-BO genannt werden.

    Für die nachfolgend genannten Folientypen hat sich allerdings noch keine einheitliche Sprach- und Schreibweise durchgesetzt:

    • PET-BO met. = biaxial orientiertes und metallisiertes Polyethylenterephtalat

    • PET-BO AlOx= biaxial orientiertes, mit transparentem Aluminiumoxid beschichtetes Polyethylenterephtalat

    • PET-BO SiOx= biaxial orientiertes, mit transparentem Siliziumoxid beschichtetes Polyethylenterephtalat

    • PET-BO x oder x PET-BO = biaxial orientiertes, mit PVDC beschichtetes Polyethylenterephtalat

    Entsprechendes gilt für andere Substrate/Polymere wie beispielsweise:

    • PP-BO geschäumt (expandiert)

    • PP-BO Acryl-lackiert

    • PP-BO PVOH-lackiert

    Angefügte Zahlen benennen die Anzahl der Kohlenstoffatome in einer Monomereinheit eines jeden Monomers bzw. Co-Monomers. Vor diesem Hintergrund bezeichnet beispielsweise PA 6 eine Monomereinheit mit sechs Kohlenstoffatomen (NH-(CH2)5-CO), während PA 66 zwei Monomereinheiten mit unterschiedlicher Struktur aber beide mit sechs C-Atomen bezeichnet (NH-(CH2)6-NH-CO-(CH2)4-CO). Das letztere Material wird aus HMD (Hexamethylendiamin) und Adipinsäure hergestellt und entsteht durch eine Polykondensation unter Wasserabspaltung.

    Verschiedene Folienklassen

    • Monofolien

    Aus einer Materialschicht hergestellte Folien werden üblicherweise als Monofolien bezeichnet. Dieser Begriff hat sich mittlerweile gegen die gelegentlich ebenfalls verwendete Bezeichnung Solofolie allgemein durchgesetzt.

    • Verbundfolien

    – Coextrudierte Verbundfolien

    Dabei handelt es sich um Folientypen, die in einem Verfahrensschritt durch die sinnvolle Kombination verschiedener Materialschichten hergestellt werden und über, durch die jeweiligen Materialarten vorbestimmte Eigenschaften verfügen.  Als Klassiker in diesem Bereich gilt die Coex-Verbundfolie aus weiß und schwarz eingefärbten PE-LD und PE-LLD für die Herstellung von Produkten wie beispielsweise Torfverpackungen.

    – Kaschierte Verbundfolien

    Dabei handelt es sich um Folientypen, die entweder inline oder durch einen separaten Arbeitsschritt durch Klebstoffauftrag miteinander verbunden werden. Derart hergestellte Folienverbunde oder Verbundfolien haben deutlich andere Eigenschaften als Coex-Folien. Deshalb schlägt der Autor eine entsprechende sprachliche Unterscheidung vor: kaschierte Verbundfolien oder LF (=lösemittelfrei) kaschierte oder extrusionskaschierte Verbundfolien. Nicht verwendet werden sollte der Ausdruck »Folienverbünde«, da es sich in diesem Zusammenhang nicht um »Verbündete« sondern um miteinander verbundene Materialien handelt.(wird fortgesetzt)

    Dienstleistungen rundum die Folie
    Innnoform besteht aus den Schwesterunternehmen Innoform GmbH (Testservice und Consulting) in Oldenburg/D und Innoform Coaching GbR in Hasbergen bei Osnabrück/D.
    Die Innoform Consulting beschäftigt sich mit Fragen der Folientechnologie mit Schwerpunkt Lebensmittelverpackungen. Dabei wird versucht dem Kunden fundierte Antworten im Hinblick auf lebensmittelrechtliche Belange, technologische Produktionsprobleme oder Folienentwicklungen zu geben. In diesem Zusammenhang ist das Erstellen von Gutachten und lebensmittelrechtlichen Konformitätserklärungen gepaart mit Spezifikationen ein wesentliches Instrument.

    Das Leistungsspektrum von Innoform Testservice umfaßt das Aufzeigen von Verpackungslösungen, Folienanalytik, Schadensanalyse sowie qualitätssichernde Maßnahmen (z. B. überprüfung). Seit Mai 2007 ist der Testservice nach DIN EN ISO/ IEC 17025 akkreditiert.
    Innoform Coaching organisiert öffentliche Workshops, Tagungen und das jährliche Inno-Meeting.

    Innoform auf 

    Kontakt:

    Innoform GmbH Testservice
    Industriehof 3,
    26133 Oldenburg
    TS@innoform.de

    www.innoform.de

  • Standbeutel in der Verpackungsindustrie

    Standbeutel in der Verpackungsindustrie

     

    Ein Artikel aus der Innoform InnoLetter Reihe
    von Henno Hensen

     

    Entwicklung des Standbeutels
    1962 ist der Standbeutel als Doy-Pack von den Brüdern Doyen in Frankreich patentiert worden. Bis zum Beginn des Erfolges von, durch und mit Capri-Sonne Ende der 60er Jahre war er ein unbedeutendes Packmittel und als Packung für Flüssigkeiten kaum bekannt. Als das Patent 1980 auslief, hatte der einzige Lizenznehmer, die Wild Gruppe in Heidelberg, wichtige Schritte zum Schutz der eigenen Marke eingeleitet: Nun ist der 200 ml Capri Sonne Beutel in Verbindung mit Fruchtsaft ein weltweit geschütztes Geschmacksmuster und Markenrecht.

    Zusätzlich hat Wild ein Patent auf die Fertigung des Loches zum leichten Einstechen des Trinkhalms und bietet für den Beutel einen kompletten Service von den Grundstoffen des Fruchtsafts bis zur Endverpackung an. Auf der Basis dieses Schutzanspruchs erlebte der Capri Sonne Beutel durch Lizenzen von Wild auf der ganzen Welt ab 1980 einen unvergleichlichen Aufschwung. 1980 wurden bei Wild bereits 600 Millionen Beutel verarbeitet.

    Gleichzeitig blockiert aber der Patentschutz dieses Beutels in seiner Form und Größe durch das zeitlich unbegrenzte Markenrecht eine weitere Verbreitung dieser Verpackungsform. Der Patentschutz hat bis heute Bestand und wird auch von den Wildwerken verteidigt.

     

    Überall auf der Welt ist Capri-Sonne zu finden und wenn eine Lizenz an ein weltweit auftretendes Unternehmen vergeben wird wie Kraft Foods, kann das  bei entsprechenden Mengen und guten Konditionen zu einem neuen Namen wie Kool-Aid und Tang führen. Trotzdem unterliegt der Beutel in der Größe und Form  dem Schutz des Geschmacksmusters solange der Inhalt mit Fruchtsaft zu tun hat.

    Unter dieser starken Kontrolle des Erfolgssegmentes Getränke hat Wild für sich und diese Packungsform eine Erfolsstory geschrieben. Allerdings haben sich Getränke im Beutel durch den Patentschutz vorwiegend zum Wohle von Wild fortentwickelt. Den Versuch den Schutz zu umgehen, belegen auch die Wege von Minute Maid (ein Produkt von Coca-Cola) und Farmers Market, die in dem Beutelgeschäft Fuß gefasst haben. Dazu wurde der Beutel in seiner Form geändert. Zusätzlich wurde zum Einstechen des Trinkhalms eine Bodenfalte auch im Kopf eingeführt bzw. ein Laserloch eingebracht, um das Material zur Entnahme zu schwächen.

     

     

    Der Endverbraucherpreis für den Karton mit 10 Beuteln liegt heute in den USA bei US $ 2,20. Dieser ungewöhnlich niedrige Preis ist nur dann zu erreichen, wenn von der Folienherstellung bis zur Endverpackung jedes Einsparungspotential ausgeschöpft wird. Das wiederum ist nur dank der enorm gestiegenen Mengen durchsetzbar. Dies gilt für alle Hersteller Wild, Kraft Foods, Minute Maid und Formers Market.

    Ein kleiner Teil an Fruchtsaft im Beutel  von unter 5% wird in Japan unter dem Namen Cheerpack verkauft. Dies ist ein Beutel mit einem Ausgießer und einer Konstruktion mit zwei Seitenfalten. Der Verkaufspreis ist entsprechend 3-mal höher als der klassische Capri Sonne Beutel, auch wenn der Cheerpack keine Standfähigkeiten hat.  Die ist besonders auf den Wiederverschluss und die Marktgegebenheiten in Japan zurück zu führen. Unter dem Namen Guala wird in Europa ein ähnliches Produkt mit Ausgießer verkauft. Die nachstehend abgebildeten Beutel erfreuen sich besserer Preise, sind aber wenig bekannt.

     

    Alle Abbildungen vom Autor erstellt

     

    Weltverbrauch 1998  6 Milliarden 1998  und 25 Milliarden in 2006
    Das entspricht einer Steigerung von 23% pro Jahr
    Der erste Balken der nachstehenden Graphik ist fast ausschließlich mit dem Produkt von Wild besetzt.

     

     

     

     

     

     

     

    Die mengenmäßig so positive Entwicklung von Getränken in Beuteln (vorwiegend ohne Ausgießer), ist vorwiegend durch Wild und sein unvergleichliches Marketingkonzept erreicht worden. Die enormen Mengenzuwächse insbesondere zu Beginn der 90er Jahre sind aber auch der Umweltdiskussion geschuldet, in der nicht nur der Milchkarton sein umweltfreundliches Image bekam sondern auch der Schlauch- und Standbeutel. Das positive Image des Beutels der nicht mit Pfand belastet ist, ist ein Erfolg der Wild Gruppe.

    Und in Europa sieht die Entwicklung so aus:

    Eine Steigerung der jährlichen Verbrauchsmengen des Standbeutels in allen Segmenten um mehr als das 10fache in 12 Jahren von 1,8 Milliarden in 1995 auf 4,5 Milliarden in 1999, auf 9 Milliarden in 2002 und bis auf 19 Milliarden in 2007 ist ebenso außergewöhnlich und setzt sich weiter fort. Dies ist umso erstaunlicher, weil zur gleichen Zeit die PET Flasche bei Getränken Einzug hielt.

    In der Gesamtheit haben die Standbeutel seit mehr als 20 Jahren eine Steigerung erfahren, die dem DAX zur Ehre gereichen würde.

     

    Quelle der Graphiken: Allied Development Corp.

    Worin liegt das Geheimnis dieses Zuwachses?
    Unter diesem Mengenzuwachs ist auch die Preisentwicklung zu beachten, denn der Kostenblock des Materials sinkt bei standardisierten Qualitäten und steigenden Mengen erheblich. Dies belegt der geschilderte Erfolg des Getränkebeutels, der auch deshalb so erfolgreich ist, weil die Packungsform und Größe sowie die Materialzusammensetzung standardisiert wurden. Gleiches hat sich inzwischen mit dem Portionsbeutel 80 und 100 Gramm für Katzenfutter ergeben, der inzwischen ebenfalls in großen Mengen verkauft wird und das Volumen des Capri Sonne Beutels eingeholt hat.

    Sicherlich ist hier auch Marketing ein wichtiges Tool. Mit seinen Begründungen in ökologischer und qualitativer Hinsicht ist dem Verbraucher diese Packungsform im Regal  nahe gebracht worden. Inzwischen ist auch der Preis der Verpackung bei den 80 und 100 Gramm Katzenfutterbeuteln ein erheblicher Kaufanreiz geworden. Die Industrie gibt inzwischen offensichtlich die logistischen Vorteile und die energetischen Einsparungen beim Autoklavieren an den Verbraucher weiter. Dies führt zu schrumpfenden Mengen von Dose und Tray zugunsten des Beutels.

    SWOT des Standbeutels:
    Der Standbodenbeutel hat den außergewöhnlichen Vorteil, dass er in seiner Form dem Inhalt angepasst werden kann, was dem Marketing unvergleichliche Möglichkeiten zur Unterscheidung seines Produktes gibt. Nicht das Etikett der Dose ist das einzige Unterscheidungsmerkmal am POS sondern das gesamte Kleid des Produktes kann wirken.

    Hinzu kommen die unterschiedlichen Barriereeigenschaften der Folie, die dem Marketingmanager noch einmal zusätzlich alle Möglichkeiten zur Unterscheidung geben, bis hin zu einem Fenster um das Produkt zu zeigen.

    Diese Vielfalt der Möglichkeiten zur Gestaltung der Packung hat den Nachteil, dass der Standbeutel mit Erreichen aller dieser Unterscheidungsmerkmale keine Standardisierung erreichen kann. Damit wird die Erwartung eines preiswerten Packmittels nicht erreicht. Gewicht und Leervolumen sowie logistische Vorteile bei Lagerung und Transport nähren diese Erwartung. Nur das von Wild zuerst so erfolgreiche Standardisieren führt zu einem Mengenzuwachs, der nur dann seine Auswirkungen in einem niedrigen Preis der Packung findet.

    Hinzu kommt der Ruf nach Hochleistungsanlagen, die Beutel so schnell füllen und verpacken können, wie dies in der Konservenindustrie üblich ist. Inzwischen gibt es Anbieter, die 1000 Beutel und mehr pro Minute verarbeiten können. Trotzdem gibt es wegen der so unterschiedlichen Formen und Folien noch keine allgemein gültigen Lösungswege.

    Es wird über Form-Fill-Seal geredet, Füllen-Verschweißen ist eine weitere Variante und Füllen-Verschrauben wird ebenso angeboten. All diese Lösungswege werden von einer Vielzahl von Anbietern unterstützt und tragen zur Verwirrung der Entscheider bei.

    Deshalb ist es unabdingbar notwendig, dass all diese vielfältigen Möglichkeiten und Anforderungen an diese Packungsform mit den technischen Machbarkeiten koordiniert und gebündelt werden. Dieses wiederum fordert von dem Packmittelhersteller eine außergewöhnliche breite Wissensbasis, um den Auftraggeber umfassend beraten zu können.

    Nicht nur das Wissen um Folie, Druck und die Vielfalt in der Formgebung muss beherrscht werden, sondern auch die Einflüsse des Produktes auf das Packmittel bei seiner Herstellung und Verbringung in die Packung sind ebenso eine Wissensnotwendigkeit. Gleichzeitig ist der permanente Kontakt zu den verschiedenen Anbietern von Füll- und Verpackungsmaschinen stets zu aktualisieren, um dieses Packmittel erfolgreich verkaufen zu können. Hinzu kommt noch der Wiederverschluss für den Beutel, der eine zusätzliche Anforderung an die Wissensbasis des Verkäufers stellt.

    Weil diese Packungsform seit 20 Jahren überdurchschnittliche Zuwachsraten aufweist, sind viele neue Anbieter auf dieses Packmittel und die Maschinen aufmerksam geworden. Das führt  naturgemäß dazu, dass es dem Entscheider zunehmend schwer fällt, die richtige Lösung für sein Produkt zu finden.

    Nicht hinreichendes Fachwissen und der kommerzielle Druck führt bei den vielfältigen Möglichkeiten häufig zu Entscheidungen, die dem Produkt im Beutel nicht gerecht werden. Jeder der Marktteilnehmer verfolgt vorwiegend seine eigenen Interessen, weshalb es immer wieder zu Fehlentwicklungen kommt, die der Gesamtheit dieser Packungsform nicht zuträglich sind.

    Der Weg zur richtigen Lösung
    Wenn sich ein Produkthersteller für eine Flüssigkeitsverpackung im Standbodenbeutel entscheidet, muss es ihm gelingen die Argumente, die ihm anbieterspezifisch gegeben werden, von den wirklichen Notwendigkeiten seines Produktes zu trennen. Er darf sich keinesfalls nur vom Preis leiten lassen, sondern muss verschiedene Ausgießer, verschiedene Folien, verschiedene Beutel- und Folienhersteller nebeneinander stellen. Ebenso muss er auch die Druckverfahren und Fertigungstoleranzen vergleichen und diese mit den produktspezifischen Anforderungen für sein Produkt im Zusammenhang bringen. Weiterhin ist es notwendig diese Notwendigkeiten auf die möglichen Maschinenanbieter zum Verarbeiten seines Produktes im Standbodenbeutel zu übertragen.

    Kaum eine Einkaufsabteilung ist in der Lage dieser Aufgabe gerecht zu werden, weil die stabilen Packmittel standardisiert sind und sich Gesetzmäßigkeiten für eine schnelle Entscheidung dafür heraus gebildet haben. Dieses gilt für den Milchkarton, für Glas- und PET-Flaschen, als auch für Dosen. Diese Aufgabe wird noch dadurch erschwert, weil das erwartete geringere Kostenniveau des Standbodenbeutels selten mit der Realität übereintrifft.

    Dies führt auch dazu, dass die kaufmännische Beurteilung dieser Packungsform häufig den technischen Notwendigkeiten durch preiswertere Lösungen widersprechen, weil kein Verständnis für die Komplexität der Gesamtzusammenhänge hergestellt wird und erreicht werden kann.

    Die Entscheidung, welcher Beutel, in welcher Form, mit oder ohne Ausgießer muss vorwiegend nach den Anforderungen des Produkts und seiner Platzierung am POS beeinflusst werden. Die technischen Aspekte zur Verarbeitung des Standbeutels müssen ein größeres Gewicht erhalten und die Diskussion, ob ein vorgefertigter Beutel eingesetzt wird oder ob von der Rolle gefertigt wird, darf nicht allein von kaufmännischen Gesichtspunkten geprägt sein.

    Es entstehen sonst unter dem Kostendruck und des kurzfristigen Erfolgszwangs schlechte Lösungen, die weniger dem eigentlichen Produkt dienlich sind sondern nur den kaufmännischen Notwendigkeiten folgen. Ein altes Produkt in einem neuen Kleid wird erfolgreicher sein als ein neues Produkt in einem unattraktiven Outfit.

    Der Beutel in seiner richtigen Anwendung ist eine ideale Verpackung, um ein wertvolles Produkt in seiner Darbietungsform von vergleichbaren Produkten zu unterscheiden. So wird vermieden, dass eine minderwertig anmutende Verpackung das Produkt in eine Abwärtsspirale des Endpreises hineingestellt wird. Allerdings kann man dieser Spirale entkommen, wenn eine breite Wissensbasis zur Verfügung steht, die für den Standbodenbeutel noch nicht ausreichend etabliert ist.

    Die zweite Standbeutel Konferenz in Wiesbaden am 23./24. November ist ein idealer Treffpunkt, um die Wissensbasis für Entscheidungsträger zu erweitern und auch neutrale Berater zu finden, die in diesem Feld sachgerechte Unterstützung geben können.

    Hier sind zwei Standbeutel mit 200 Gramm Mais abgebildet, wie sie am Markt sicher größere Aufmerksamkeit erreichen würden als eine Blechdose. Diese Studie des Autors mit einem konturierten Beutel und einem Beutel mit Fenster ist nicht am Markt. Sicher ist aber das Produkt attraktiver gezeigt als in eine Dose mit einem Etikett als einziges Unterscheidungsmerkmal. Autoklavierbares Material und der Einsatz einer Barriere mit UV Schutz sind am Markt vorhanden, um diesen Weg zu gehen.

     

     

    HENSEN CONSULT
    Beratung für flexible Verpackungen
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    Innoform Consulting GmbH

    Stüvestraße 25
    D-49205 Hasbergen
    Tel: +49 (0) 54 05 / 80 76 70
    E-Mail: consulting@innoform.de

    Innoform auf:

    www.innoform-coaching.de/pages/start.php

  • Innoform Testservice Leistungen ab jetzt vollständig online verfügbar

    Ab sofort können Interessenten unter http://www.innoform-testservice.de/tpages/checkmethod/start.php alle Prüfmethoden, die bei Innoform verfügbar sind, online einsehen, durchsuchen, Normen nachschlagen und natürlich eine Kurzbeschreibung lesen.
  • Innoform erneut zur TAPPI Konferenz als Sprecher eingeladen

    Innoform erneut zur TAPPI Konferenz als Sprecher eingeladen.
    Im Rahmen der „13th European PLACE Conference“ trägt Dr. Rainer Brandsch zum Thema „Functional Barrier – Nice to have or mandatory” vor.
    Auch dadurch unterstreicht Innoform seine umfassende Kompetenz im Bereich der Lebensmittelverpackung. Folienverpackung sind natürlich wieder der Schwerpunkt.
  • Kostenlose Inno-Letter Serie: Spezifikationen für Lebensmittelverpackungen

    Folienverpackungs-Spezifikationen liegen Lebensmittelherstellern und Folienherstellern oft schwer im Magen. Sie sollten ihnen jedoch eher am Herzen liegen. Innoform beginnt eine Initiative, um sinnvolle, handhabbare und somit praktikable Spezifikationen zu erstellen. Der Zweck dieser Initiative liegt natürlich darin, Zeit und Geld zu sparen und gleichzeitig Lebensmittelverpackungen sicherer zu machen.

    Innoform hat den ersten Teil einer neuen Artikelserie zum Thema Lebensmittel-Verpackungs-Spezifikationen veröffentlicht. Schon kurz nach dem Erscheinen zählte das Innoform Testservice Team über 1000 Zugriffe. “Folienspezifikationen sind die Basis für Qualität”, heißt es nicht nur in der Fachliteratur und in Audits. Auch Karsten Schröder formuliert scharf und klar den Nutzen, aber auch den Aufwand für die Erstellung und Pflege von Spezifikationen.

    Eine kostenlose Spezifikationsvorlage bietet Innoform nach formloser Mail an coaching@innoform.de an. Diese Branchen-Spezifikationsvorlage für alle Folienverpackungen erfreut sich schon jetzt großer Beliebtheit und war schon vor dieser Initiative in der Branche in vielen Variationen verbreitet. Nun ist sie wieder auf dem neuesten Stand.

    Sie können hier den Inno-letter bestellen und herunter laden: http://www.innoform-testservice.de/tpages/publication.php

  • Aufgrund hoher Nachfrage nach 2005 zweite Tagung Folienetiketten – Systeme und Anwendungen mit Innoform

    Aufgrund großer Nachfrage aus der Lebensmittel- und der Verpackungsbranche bietet Innoform die zweite Tagung zum Thema “Folienetiketten – Systeme und Anwendungen” an. Die drei wesentlichen Systeme: In-Mould-Labelling, Schrumpfetiketten und Haftklebeetiketten bilden den Schwerpunkt. Auch diesmal werden über 120 Gäste in Osnabrück erwartet.

    Folienetiketten sind ein Wachstumsmarkt in Europa. Lebensmittel- und Verpackungshersteller nutzen gleichermaßen diese einzigartige Gelegenheit zum Meinungsaustausch und zur Trendbildung.
    Neben Herstellern von Folien und deren Rohstoffe wie Constantia, ExxonMobil, Mitsubishi Polyester Film werden auch Maschinenhersteller wie Gallus und Anwender wie Engelhardt-Druck oder Haendler & Natermann GmbH sowie Applikationsanlagenhersteller PDC Europe sprechen.
    Das Publikum wird schwerpunktmäßig aus der Druckerbranche und den Lebensmittel produzierenden Unternehmen erwartet.
    Die Veranstaltung findet am 28. und 29. Juni 2011 als Sommer-Tagung in Osnabrück statt.

    Weitere Informationen finden Sie unter http://ef.innoform.de

     

    Weitere Veranstaltungen finden Sie unter http://www.innoform-coaching.de/pages/event/event_list.php

  • Innoform hat sein Wissen um Thermoform/Tiefzieh-Prozesse erweitert

    Mit Dr. Manfred Reichert bietet die Firma Innoform, Hasbergen ein einzigartiges Seminar zum Thema Thermoformen an. Ausgehend von Materialien die insbesondere in der Milch, Käse und Wurstindustrie eingesetzt werden, behandelt dieses Seminar alle Prozess-Schritte bis hin zu fertigen Verpackung.
    Teile des Inhaltes hat Dr. Reichert in seiner Funktion als InnoNET-Partner in 4 Inno-Lettern ausführlich abgefasst.
    Diese Inno-Letter sind unter dem Link: http://www.innoform-coaching.de/pages/company/publication.php?source=il&year=all&sei_fieldchange_list= abrufbar und wurden auch schon in einigen Fachzeitschriften abgedruckt.
    Details zu diesem und angrenzenden Seminaren finden Sie unter: http://www.innoform-coaching.de/pages/event/event_list.php?interest=27
  • Innoform und LUFA stellen auf der InterLabTec in München aus

    Auf der ersten InterLabTec wird Innoform gemeinsam mit seinem Partnerlaboratorium für Milchprodukte LUFA Nord-West ausstellen. Dr. Rainer Brandsch wird zum Thema: „Kontaminationsrisiken von Lebensmitteln durch Packstoffe abschätzen und minimieren“

    Die Messe findet zum ersten Mal in München am 23./24. März 2011 statt.
    Mehr Infos unter: http://www.mcongressconsult.com/index.php?id=198

  • 3. Fachtagung Biopolymere in Folienanwendungen

    Am 30. und 31. März 2011 findet bereits zum dritten Mal in der Festung Marienberg, Würzburg, die Gemeinschaftsveranstaltung des Süddeutschen Kunststoffzentrums und Innoform Coaching über Biopolymere in Folienanwendungen statt.
    Folienproduzenten und vor allem auch ihre Kunden und Lieferanten erhalten einen aktuellen Überblick über Biopolymere und Biofolien, die tatsächlich in der Praxis eingesetzt werden. Ein wesentlicher Nutzen für die Teilnehmer liegt in der technischen und marktorientierten Darstellung relevanter Polymere. Es werden Verarbeitung und Produkte für Verpackungen und technischen Anwendungen dargestellt. Vom Rohstoff über die Produktion z.B. einer Bio-Stretchfolie über die Bio-Lebensmittelverpackung bis hin zur Frage der Sinnhaftigkeit dieser Bemühungen sprechen 15 hochkarätige Referenten aus der Rohstoff- und Verarbeitungsindustrie.

    Im Detail:
    Jan Switten, Switten SARL gibt zunächst einen Überblick über Polymere im Hinblick auf Nachhaltigkeit. Matthias Giebel, Berndt & Partner GmbH, beleuchtet die Umsetzung von Nachhaltigkeits-Strategien im Verpackungsbereich und die Rolle der Biopolymere. Aus Belgien stellt Eric Maziers von der Firma Futerro die Produkte aus L-Milchsäure und D-Milchsäure, wie: Oligomere, Lactide und PLA, vor. Die Nachhaltigkeitsstrategien für Verpackungsanwendungen der Firma DuPont de Nemours International S.A. werden von Dr. Karlheinz Hausmann vorgestellt. Dass Biofolien über sich hinaus wachsen, erklärt Joachim Janz von Innovia Films (Commercial) Ltd. mit dem Produkt „NatureFlex (Cellulose) in Laminaten“. Weitere Vorträge befassen sich mit der Vermarktung von Bio-Folien: Dr. Kurt Stark, Huhtamaki Forchheim, ZN der Huhtamaki Deutschland GmbH & Co. KG „Neue Möglichkeiten mit BioWare-Folien“ und Stephan Wilkens, alesco GmbH & Co. KG, „Kommerzielle Bio-Folien und deren Herstellung“. Aus der Industrie berichten Frank Ernst von der Firma Taghleef Industries GmbH über NATIVIA – biaxial orientierte PLA-Folie sowie Bernd Dierkes und Michael Beck von Wentus Kunststoff GmbH über ihre Erfahrungen mit Biokunststoffen.

    Der zweite Veranstaltungstag steht im Zeichen der Nachhaltigkeit und Wiederverwertbarkeit von Biofolien. Es berichten: Jöran Reske, ISD INTERSEROH Entsorgungsdienstleistungs GmbH, über „Die Lieferkette der Verpackungsindustrie wird „grün“ – ein Beitrag zum nachhaltigen Konsum“; Markus Schmid vom Fraunhofer Institut Verfahrenstechnik und Verpackung über „Nachhaltige Lebensmittelverpackungen – Aktuelles aus der Forschung zu Biopolymeren in Papier- und Folienanwendungen“, Denise Winkelmann, FKuR Kunststoff GmbH, über „Biokunststoffe – Anwendungen jenseits des Müllbeutels“, Martin Rogall, Cofresco Frischhalteprodukte GmbH & Co.KG, über „Anwendungen für Biofolien – Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung aus Sicht eines Markenanbieters“ und schließlich Uwe Bonten, NGR – Next Generation Recyclingmaschinen, über Recycling von Produktionsabfällen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen.

    Details zur Tagung unter: http://bf.innoform.de

  • Mein.Testservice geht online – Prüfauftrage online verfolgen

    Eine neue, einzigartige Funktion, eigene Testservice Aufträge im Web live zu verfolgen ist online.
    Alle Auftraggeber von Prüfaufträgen im Testservice können sich live online den Status und Zwischenergebnisse gerade bearbeiteter Aufträge unter mein.innoform.de ansehen. Zudem werden alle fertigen Aufträge im Archiv dargestellt, so dass eine eigene Ablage nicht mehr erforderlich ist.

    Diese Funktion wird nur angezeigt, wenn auch tatsächlich unter der Anmeldung (E-Mailadresse und Passwort) Testservice Aufträge vorliegen oder bereits bearbeitet wurden. Dieser einzigartige Dienst wird in 2011 noch um wesentliche Funktionen erweitert werden. So wird Innoform auch im Testservice zu den innovativen Unternehmen im Web-Angebot gehören und neue Maßstäbe in Aktualität und Effizienz setzen.

    Natürlich haben wir den aktuellen Stand des Datenschutzes dabei umfassend berücksichtigt.